Das Geheimnis deiner Stärke

Vor einiger Zeit besuchte ich eine Jüngerschaftsschule. Ein paar von uns, hatten Freude daran, einander mit nicht ganz ernst gemeinten (und meist aus dem Zusammenhang gerissenen) Bibelversen zu bombardieren. Beliebt waren zum Beispiel Sprüche 6,6 oder auch Sprüche 20,30. Heute bin ich wieder über so einen Versen gestossen, den man am liebsten Vegetariern zusteckte. In Römer 14,2b heisst es: „Der Schwache aber isst Gemüse.“

Man kann das lustig oder auch kindisch finden, aber darum geht es nicht. Beim Lesen von Römer 14 Vers habe ich ein Geheimnis von wahrer Stärke entdeckt.

Paulus spricht hier im Zusammenhang von Starken und Schwachen im Glauben. Die einen Christen haben verstanden, dass sie als Christ alles essen dürfen, weil Jesus ihnen Freiheit schenkt. Andere hingegen assen kein Fleisch, weil sie sich an die jüdischen Speisegesetze halten wollten, und in Rom kein Fleisch bekamen, dass garantiert koscher war.

Starke und Schwache im Glauben; heute sind es wohl andere Themen, die zu unterschiedlichen Standpunkten führen. Zum Beispiel die Frage, ob Christen auch alternative Heilmethoden in Anspruch nehmen dürfen.  Zum Beispiel Naturheilverfahren, Osteopathie oder Akkupunktur. Die Meinungen gehen auseinander. Auch hier könnte man von Starken sprechen, die sich ihrer christlichen Freiheit bewusst sind, und von Schwachen, die ängstlich alles , das nach Alternativmedizin aussieht vermeiden.

Dort wo wir uns zu den Starken zählen, stehen wir schnell in der Gefahr, überheblich zu werden. Das wusste auch Paulus. Und hier kommt jetzt meine heutige Entdeckung:

Wer bist du, dass du den Diener eines anderen richtest? Durch seinen eigenen Herrn steht oder fällt er. Er wird aber stehen; denn der Herr hat die Macht, ihm Stand zu geben.
Römer 14,4 Einheitsübersetzung

Paulus braucht da ein Bild, dass uns nicht mehr so geläufig ist. Er vergleicht uns alle mit Haussklaven. Diese standen im Dienst, aber auch unter dem Schutz ihres Hausherrn. Ein Diener ist so stark, wie sein Hausherr. Ob ein Haussklave also steht oder fällt – ob er stark oder schwach ist – das liegt nicht an ihm, sondern an seinem Meister. Paulus macht klar, dass wir einen Meister haben, der uns stark macht.

Das Geheimnis meiner Stärke, das liegt weder in meinem starken Glauben, noch in meiner konsequenten Art, wie ich den Glaube lebe. Das Geheimnis meiner Stärke liegt in meinem Meister. Ich stehe, weil er mir Stand gibt. Weil Jesus mein starker Meister ist, muss ich nicht Angst haben zu fallen, auch wenn ich schwach bin. Die Zusage gilt auch dir:

„Er wird aber stehen; denn der Herr hat die Macht, ihm Stand zu geben.“

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