Erfrorene Kartoffeln – oder was ist mir wirklich wichtig?

Letzte Woche hatten wir zwei Nächte mit strengem Frost. Gestern stellte ich fest, dass unsere Frühkartoffeln, trotz schützender Folie erfroren sind. Das ganze, schon schön gewachsen Kraut ist eingegangen. Ich habe keine Ahnung ob da noch etwas wächst?

Da ich mir sehr an den schon gewachsenen Kartoffeln freute, war ich gestern enttäuscht. Am Abend hörte ich in den Nachrichten von der Situation in Venezuela. Das Land versinkt im Chaos, Kinder leiden Hunger und Menschen sterben. Heute dann hörte im Radio, dass heute Weltmalariatag ist (https://www.swissmalariagroup.ch/de/). Alle zwei Minuten stirbt ein Kind an Malaria weltweit. Eigentlich könnte man das verhindern.

Mir ist dabei die Geschichte von Jona in den Sinn gekommen. Der Prophet bekam von Gott einen Auftrag, den er nicht ausführen wollte. Er sollte zu den Feinden gehen und in der grossen Stadt Ninive die Menschen zur Umkehr aufrufen. Jona wollt das nicht, und so reiste er in die entgegensetzte Richtung. Das kam aber ziemlich schief raus. Ihr kennt die Geschichte. Im Bauch eines grossen Fisches wird er zurück an die Küste gebracht. Und so geht er (wohl ziemlich nach Fisch stinkend) doch nach Ninive. Dort hält er die unmotivierteste Predigt, von der Bibel berichtet, die aber grosse Auswirkung hatte. Die Menschen kehren um. Sie bereuen ihr gottloses Leben.

Das passte dem Jona gar nicht in den Kram. Er wurde zornig über Gott, der diesem Volk gnädig war. Ausserhalb der Stadt schmollte der Prophet im Schatten eines Busches. Dieses schattige Plätzchen erfreute den Propheten. Aber da kam ein Wurm und frass die Wurzeln der Pflanze an un diese verdorrte. In der prallen Sonne sagte Jona: „Ich möchte lieber tot sein als  leben.“Da sagte Gott zu seinem Propheten:

»Dir tut es Leid um den Busch, obwohl du nichts getan hast, um ihn entstehen zu lassen. Er wuchs in einer Nacht und verging über Nacht. Ninive aber hat über 120.000 Einwohner, die nicht zwischen links und rechts unterscheiden können, ganz zu schweigen von den vielen Tieren. Sollte ich eine so große Stadt nicht schonen?«
Jona 4,10-11 Neues Leben Übersetzung

Mit dieser Frage hört übrigens das Buch Jona auf. Jona gibt keine Antwort. Gott gibt auch uns diese Frage mit auf dem Weg: Was ist dir wirklich wichtig?

Mich reuen ein paar Kartoffeln, die ich (wohl zu früh) gepflanzt haben.  Sollten mich nicht andere Dinge mehr reuen?

Lasse ich mich noch von Schicksal von hungernden Kindern berühren oder sinne ich mehr über Kartoffeln nach, die erfrieren?

 

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