Bist du gut gewartet?

Ich war zu faul.

Letzte Woche sollte unser Auto in den Service. Von der Garage wollte ich mit dem Fahrrad nach Hause fahren. Als ich dieses am Vorabend ins Auto lud, bemerkte ich, dass das Fahrrad knapp Luft in den Reifen hat. Aber ich dachte, das geht schon. Am nächsten Morgen bereute ich diesen Gedanken. Der Rollwiderstand war hoch und das treten anstrengend. Verschwitzt kam ich nach Hause. Bevor ich am Abend das Auto in der Garage wieder abholte, pumpte ich den Reifen. Die Rückfahrt war richtig schön.

Kennst du diese Faulheit auch? Eigentlich wüsstest du schon, dass du etwas tun solltest, aber du lässt es sein, weil es dir im Moment zu anstrengend ist. Es geht da nicht nur um die Wartung von Fahrzeugen. Es geht auch um uns selbst. Eigentlich wüsste wir doch, dass wir Sport treiben sollten… Eigentlich wüssten wir, dass wir nicht so viel arbeiten sollten…
Aber es ist oft einfacher, nichts daran zu ändern.

In der Bibel schreibt Paulus den Leitungspersonen in Ephesus (Apostelgeschichte 20,28):

Gebt Acht auf euch selbst und auf die ganze Herde, die Gemeinde Gottes, zu deren Leitern euch der Heilige Geist eingesetzt hat.

Die erste Aufgabe einer Führungsperson ist die eigene „Wartung“. Das heisst, darauf zu achten, dass man zu seinem Körper schaut, ihm genügen Schlaf, gesunde Ernährung und Bewegung gönnt. Es bedeutet, dass man auf das seelisches Wohl bedacht ist. Indem man sich selbst Pausen und Dinge gönnt, die gut tun. Und es meint auch, dass wir unseren Glauben pflegen. Gebet und Stille warten unseren Geist. Paulus fordert uns auf, nur gut gewartet an unsere Arbeit zu gehen.

Wenn die Arbeit uns übermässig viel Energie kostet, ist dies eine Warnleuchte, dass wir zuwenig acht auf uns geben. Die Wartung kostet uns Energie, Zeit und Überwindung. Aber diese Investition wird sich lohnen. Ähnlich wie ich auf dem Fahrrad, werden wir in unserer Arbeit bemerken, dass es mit viel weniger Widerstand vorwärts geht. Darum lohnt es sich, die eigene Faulheit zu überwinden.

Welche Warnleuchten blinken in deinem Leben?

Ignoriere diese nicht und gib Acht auf dich selbst!

Betreten der Baustelle erwünscht. 1. Jesus der Eckstein

Als EGW Konolfingen sind wir im Moment unsere Gottesdiensträumlichkeiten am Umbauen. Um diesen Bau auch geistlich zu stützen bin ich im Moment über verschiedene Bibelstellen am Predigen, die Bilder aus dem Hausbau aufnehmen. Immer wieder konnte ich auch mithelfen und Erfahrungen sammeln. Etwa beim Verlegen des Bodens. Wir haben einen Click-Vinyl-Boden verlegt. Dabei ist mir aufgefallen, wie wichtig es war, die erste Platte ganz genau auszurichten. Denn an ihr richten sich alle anderen Platten aus. Diese Erfahrung passt gut zu Epheser 2,19-22

Ihr seid jetzt also nicht länger Fremde ohne Bürgerrecht, sondern seid – zusammen mit allen anderen, die zu seinem heiligem Volk gehören – Bürger des Himmels; ihr gehört zu Gottes Haus, zu Gottes Familie. Das Fundament des Hauses, in das ihr eingefügt seid, sind die Apostel und Propheten, und der Eckstein dieses Gebäudes ist Jesus Christus selbst. Er hält den ganzen Bau zusammen; durch ihn wächst er und wird ein heiliger, dem Herrn geweihter Tempel. Durch Christus seid auch ihr in dieses Bauwerk eingefügt, in dem Gott durch seinen Geist wohnt. (Neue Genfer Übersetzung)
Jesus ist der Eckstein des Gebäudes, das Gott am Bauen ist. Dieses Haus ist in diesem Text die christliche Gemeinde. Sie wird auch als Gottes Tempel bezeichnet. Ein Eckstein hatte zur Zeit Jesu zwei wichtige Funktionen:
  1. Der Eckstein trägt die Hauptlast des Gebäudes: Jesus der Eckstein der Gemeinde trägt die Hauptlast der christlichen Gemeinde. Nicht ich als Pfarrer, nicht die Gemeindeleitung, nicht andere Mitglieder müssen die Hauptlast der Gemeinde tragen. Mich hat der Text neu motiviert, die Last der Gemeinde Jesus zu übergeben.
  2. Der Eckstein gibt jedem anderen Baustein die Ausrichtung vor: Wenn zur Zeit von Jesus ein Haus gebaut wurde, dann wurde ein besonders grosser und genau behauener Stein als Eckstein verwendet. Denn an diesem Stein wurde jeder andere Stein in die Länge, Breite und Höhe ausgerichtet. Nicht ein Konzept, kein Pfarrer und auch nicht die Tradition, geben der Gemeinde die Ausrichtung. Damit es nicht schief kommt, muss sich jeder einzelne Stein (jedes Gemeindeglied) an Jesus dem Eckstein ausrichten. Er hat für alle eine Platz in seinem Bau. Er ist es, der den Bau zusammenhält und hilft, dass sein Tempel weiter wächst.

„BywaterStVincentCornerstone2“ by Infrogmation, New Orleans. Licensed under Creative Commons Attribution 2.5 via Wikimedia Commons – http://commons.wikimedia.org/wiki/File:BywaterStVincentCornerstone2.jpg#mediaviewer/File:BywaterStVincentCornerstone2.jpg