Greifswalder Gedanken – Teil 3: Von der Ernte leben

Ein Zitat von Michael Moynagh beschäftigt mich diese Tage besonders:

«The resources are in the harvest.» (Church for Every Context 2012:413)

In allen Gedanken über Gemeindebau und Fresh X stellt sich bald einmal die Frage, woher sollen wir nur all die Ressourcen nehmen um Neues zu wagen und uns in die Mission Gottes einzuklinken? Gerade wenn die Kraft schon jetzt für das Bestehende kaum reicht.
Müssen wir als Gemeinde nicht zuerst nach innen erstarken und Kräfte sammeln, damit wir dann vollmächtig nach aussen wirken können? Und überhaupt, woher sollen all die Mitarbeiter kommen, die wir benötigen?

Auf diese Fragen antwortet Moynagh, dass die nötigen Ressourcen nicht in uns selbst liegen, sondern dass wir alles, was wir brauchen in der Ernte finden. Das kann heissen, dass die fehlenden Mitarbeiter bisher vielleicht noch gar nicht in der Gemeinde sind, sondern dass wir diese finden, wenn wir uns als Gemeinde der Welt zuwenden. Es geht aber auch um das Geheimnis, dass Gott uns seine Kraft nicht im Voraus gibt, sondern dass wir zur rechten Zeit die nötige Kraft erhalten werden.

Seinen Jüngern verheisst Jesus kurz vor seinem Tod, dass auch sie verfolgt werden. Man wird sie vor Gericht anklagen. In Lukas 21,12-15 heisst es weiter: «Das alles wird man euch um meines Namens willen antun, und es wird für euch eine Gelegenheit sein, das Evangelium zu bezeugen. Meint nicht, ihr müsstet euch im Voraus zurechtlegen, wie ihr euch verteidigen sollt. Denn ich selbst werde euch Worte in den Mund legen, denen eure Gegner nichts entgegenzusetzen haben, und werde euch eine Weisheit geben, der sie nicht widersprechen können.»

Michael Herbst sagte in der Vorlesung «Missionarische Kirchen- und Gemeindeentwicklung»:

«Kirche in Mission ist Kirche auf dem Weg der Besserung. Nicht in Selbstbezüglichkeit und Rückzug gesundet unsere Kirche, sondern indem sie sich Gottes Bewegung in die Welt und seiner aufopferungsvollen Hingabe an die Menschen anschliesst.》

Glauben wir das und setzen wir als Kirchen und Gemeinden unseren Fokus dementsprechend? Wie der Bauer lebt auch die Kirche von der Ernte.

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Bist du gut gewartet?

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Ich war zu faul.

Letzte Woche sollte unser Auto in den Service. Von der Garage wollte ich mit dem Fahrrad nach Hause fahren. Als ich dieses am Vorabend ins Auto lud, bemerkte ich, dass das Fahrrad knapp Luft in den Reifen hat. Aber ich dachte, das geht schon. Am nächsten Morgen bereute ich diesen Gedanken. Der Rollwiderstand war hoch und das treten anstrengend. Verschwitzt kam ich nach Hause. Bevor ich am Abend das Auto in der Garage wieder abholte, pumpte ich den Reifen. Die Rückfahrt war richtig schön.

Kennst du diese Faulheit auch? Eigentlich wüsstest du schon, dass du etwas tun solltest, aber du lässt es sein, weil es dir im Moment zu anstrengend ist. Es geht da nicht nur um die Wartung von Fahrzeugen. Es geht auch um uns selbst. Eigentlich wüsste wir doch, dass wir Sport treiben sollten… Eigentlich wüssten wir, dass wir nicht so viel arbeiten sollten…
Aber es ist oft einfacher, nichts daran zu ändern.

In der Bibel schreibt Paulus den Leitungspersonen in Ephesus (Apostelgeschichte 20,28):

Gebt Acht auf euch selbst und auf die ganze Herde, die Gemeinde Gottes, zu deren Leitern euch der Heilige Geist eingesetzt hat.

Die erste Aufgabe einer Führungsperson ist die eigene „Wartung“. Das heisst, darauf zu achten, dass man zu seinem Körper schaut, ihm genügen Schlaf, gesunde Ernährung und Bewegung gönnt. Es bedeutet, dass man auf das seelisches Wohl bedacht ist. Indem man sich selbst Pausen und Dinge gönnt, die gut tun. Und es meint auch, dass wir unseren Glauben pflegen. Gebet und Stille warten unseren Geist. Paulus fordert uns auf, nur gut gewartet an unsere Arbeit zu gehen.

Wenn die Arbeit uns übermässig viel Energie kostet, ist dies eine Warnleuchte, dass wir zuwenig acht auf uns geben. Die Wartung kostet uns Energie, Zeit und Überwindung. Aber diese Investition wird sich lohnen. Ähnlich wie ich auf dem Fahrrad, werden wir in unserer Arbeit bemerken, dass es mit viel weniger Widerstand vorwärts geht. Darum lohnt es sich, die eigene Faulheit zu überwinden.

Welche Warnleuchten blinken in deinem Leben?

Ignoriere diese nicht und gib Acht auf dich selbst!